Presseinformationen
  
Warmherzige Gabe für warme Tage

Die ehrenamtliche Bereitschaft des DRK-Ortsvereins Holzminden spendet 1000 Euro für eine Klimaanlage im Chemotherapieraum des MVZ Gynäkologie im Evangelischen Krankenhaus.

Eine Krebserkrankung ist für Betroffene eine schwere Lebenssituation, hinzu kommt oft eine belastende Chemotherapie. „Das, was wir den Patientinnen erleichtern können, wollen wir ihnen erleichtern“, erklärt Dr. Rainer Schatz, Chefarzt der Frauenklinik im Evangelischen Krankenhaus
Holzminden. Neben dem Vertrauensverhältnis zu Ärzten und Pflegepersonal spielen auch die äußeren Bedingungen bei der Therapie eine wichtige Rolle. Deshalb wurde im Chemotherapieraum auf warme Farben und blendfreies Licht geachtet. Auf zwei gegenüberliegenden Bildschirmen laufen beruhigende Naturimpressionen ab. Die Bildschirme und terracottafarbenen Spezialsessel konnten dank großzügigen Spenden angeschafft werden, denn das Sitzen über viele Stunden soll den Krebspatientinnen so angenehm wie möglich gemacht werden. „Als ich in der Zeitung von diesen Spenden las, war ich sehr beeindruckt“, sagt Rosi Seidlitz von der Bereitschaft des DRK-Ortsvereins. Jedes Jahr geben die ehrenamtlichen Mitglieder ihre Einnahmen aus dem Waffelverkauf bei Veranstaltungen und ähnlichen  Aktionen für einen guten Zweck. Als Rosi Seidlitz der Vorsitzenden vorschlug, diesmal etwas für die krebskranken Frauen zu tun, traf sie
auf offene Ohren. „Ich war sofort begeistert von dem Vorschlag“, so die Vorsitzende Renate Ebert. „So eine Erkrankung kann schließlich jeden treffen.“ Die Lage auf der Sonnenseite des Krankenhauses sorgt zwar für viel Licht im Chemotherapieraum, doch im Sommer leider auch für große Hitze. Dank der großzügigen Spende von 1000 Euro kann der Chemoraum nun durch einen Umbau an die Hausklimaanlage angeschlossen werden.



Die Vorsitzende Renate Ebert überreicht den Scheck an Dr. Schatz. 
  
  
Damit die Knochen heil bleiben

Holzminden hat nun ein Osteoporose-Zentrum – und stellt damit auch überregional die optimale Versorgung von Osteoporose-Patienten sicher.

Wie es der Zufall will, kommt ausgerechnet während des Termins mit Dr. Brenner eine Notfall-Patientin mit starken Rückenschmerzen in die Praxis. Das Röntgenbild zeigt: Zwei Rückenwirbel sind gebrochen, eine typische Folge von Knochenschwund (Osteoporose). „Man könnte viele Fälle in ihrer drastischen Entwicklung verhindern, wenn alle aufmerksamer wären und frühzeitig richtig behandelt würde“, sagt Dr. Horst Brenner, der sich als Orthopäde und zertifizierter Osteologe tagtäglich mit den Folgen dieser Volkskrankheit auseinandersetzen muss. Oft sind die ersten Symptome einer Osteoporose nicht so eindeutig wie bei der Notfall-Patientin. „Man sollte bereits aufmerksam werden, wenn eine Frau in den Wechseljahren anfängt, über diffuse Knochen-, Rücken- oder Muskelschmerzen zu klagen und einen Spezialisten suchen“, so Dr. Brenner. Denn bei Frauen schlägt Osteoporose in der Regel in den Wechseljahren erstmals zu: Durch den Hormonmangel verlieren sie viel Knochenmasse, mit der sie ohnehin schon in geringerem Maße ausgestattet sind als Männer. Später kommt die so genannte Alters-Osteoporose hinzu, die Männer wie Frauen gleich betrifft, erstere allerdings durchschnittlich zehn Jahre später als die weiblichen Patienten.
Wenn beim Verdacht auf Osteoporose kein Spezialist in der Nähe ist, sind nach den Hausärzten die Orthopäden und Unfallchirurgen die erste Anlaufstelle: Zunächst wird eine Röntgenaufnahme benötigt, um Veränderungen zu erkennen. Anschließend folgen Blutuntersuchungen im Labor, um Krankheiten zu diagnostizieren und zu behandeln, die neben Alters- und hormonellen Ursachen zur Osteoporose führen können. „Dem schließen sich feinere Untersuchungen an, denn im Röntgenbild werden die Veränderungen erst sichtbar, wenn bereits ein Drittel der Knochenmasse weg ist“, so Dr. Brenner. Goldstandard sei hier zur Zeit die Knochendichtemessung nach der so genannten DXA-Methode, die als sehr zuverlässig gilt und zudem nur eine geringe Strahlenbelastung für den Patienten mit sich bringt. „Technisch und personell sind wir inzwischen bestens für unser Osteoporose-Zentrum eingerichtet, unter anderem auch mit unserem neuen Knochendichtemessgerät.“
Neben dem Orthopäden und Osteologen Dr. Brenner, der in erster Linie für Diagnoseplanung und Therapieführung der Osteoporose-Patienten zuständig ist, übernimmt der Orthopäde und Unfallchirurg Falk Petersen neben seiner Hauptarbeit als operativer Orthopäde mit Gelenkspiegelungen und handchirurgischen Eingriffen auch das Einsetzen von künstlichen Hüftgelenken. Auch führt er die so genannte Beckenkammbiopsie  durch, die dazu dient, spezielle Fragestellungen bezüglich der Osteoporose-Erkrankung zu klären. Die Neurochirurgin Dr. Sabine Räcker wird die operative Versorgung von Osteoporose-Patienten mit hochschmerzhaften Wirbelbrüchen übernehmen: Zu einen in Form der so genannten Kypho- beziehungsweise Vertebroplastien, bei der sie gebrochene Wirbel zur Schmerzbeseitigung mit Knochenzement auffüllt, zum anderen, indem sie fehlbelastete Wirbelgelenken vereist, um Schmerzen zu lindern. Dr. Brenner führt daneben ambulante Akupunktur bei den sehr häufigen chronischen Rückenschmerzen durch, welche von den Krankenkassen bezahlt wird. In diagnostischen Spezialfragen konsultieren die Holzmindener Ärzte zudem weitere Experten, unter anderem aus Jena und Halberstadt. Operationen sind normalerweise der letzte Schritt in einer Vielzahl von Therapiemöglichkeiten. So kann bei leichten Formen der Osteoporose schon mit vermehrtem Verzehr von Calcium und Vitamin D sowie viel Bewegung eine Besserung erreicht werden: „Die so genannte 1000er Regel sollte man sich hier zu Herzen nehmen: 1000 Milligramm Calcium am Tag, 1000 Einheiten Vitamin D und 1000 Schritte pro Tag“, erklärt Dr. Brenner. Außerdem empfiehlt er – in Einklang mit der Weltgesundheitsorganisation – sanfte Bewegungsformen wie etwa QiGong, mit denen die Patienten ihren Gleichgewichtssinn schulen und damit Stürzen vorbeugen können. Denn die haben bei den Betroffenen oft schwere Auswirkungen. Wirbelbrüche werden oft verkannt, Brüche an anderen Stellen nicht mit Osteoporose in Verbindung gebracht. Vor allem eine gebrochene Hüfte kann schwerwiegende Folgen haben: „Leider sterben an den Folgen von Hüftfrakturen trotz bester medizinischer Versorgung im ersten Jahr etwa ein Fünftel aller Patienten“, führt Brenner aus. Die meisten haben außerdem ihr Leben lang unter den Spätfolgen zu leiden – bis hin zur Pflegebedürftigkeit. Bei Patienten mit starker Osteoporose reichen schon falsche Bewegungen und minimale Fehlbelastungen, um Knochenbrüche hervorzurufen. In diesem Fall muss der behandelnde Arzt auf stärkere Osteoporose-Medikamente und Schmerzmittel zurückgreifen. Ob und in welchem Umfang dies nötig ist, kann nur eine ausführliche Untersuchung und Diagnose klären. Zur stationären Behandlung akutleidender Patienten steht die orthopädische Belegabteilung im Evangelischen Krankenhaus Holzminden bereit. Seit Januar 2009 arbeitet das medizinische Versorgungszentrum (MVZ) Böntalstraße auch mit dem Charlottenstift in Stadtoldendorf zusammen. Im Rahmen einer ganzheitlichen Therapie geht es hier vor allem um chronisch schmerzkranke Patienten, die vom leitenden Oberarzt Herrn Rudolph gemeinsam mit Dr. Brenner in dessen Funktion als speziellem Schmerztherapeut intensiv betreut werden: „Es wäre schön, wenn wir diese Kooperation stabilisieren und ausbauen könnten – wenn die Politik mitspielt“, so Dr. Brenner.




Neues Gerät im MVZ Böntalstraße: Knochendichtemessung nach der DXA-Methode gilt als Goldstandard in der Osteoporose-Diagnostik.



Der Unterschied zwischen normalen Knochen und denen von Osteoporose-Patienten (rechts) ist enorm:

  
  
Gibt es in Holzminden eine Nikolausfabrik?


Nicht nur die die Betreuung der kleinen Nikolausnachfolger wird im evangelischen Krankenhaus groß geschrieben. Immer am  1. und 3. Mittwoch jeden Monats treffen sich zwischen 14:00-17:Uhr die Eltern mit ihren Kleinen im Babykreis. Dort werden aktuelle Themen besprochen und es findet ein reger Austausch zwischen den Eltern von Kindern bis zum 1.Lebensjahr  statt. Die Begleitung erfolgt durch Kinderkrankenschwestern und Hebammen.
Wir freuen uns schon alle auf die vielen „ Neulinge“.
Infos gibt’s unter der Telefonnummer 05531/705-368

Weihnachtsfeier Babykreis vom 3.12.08:                      



  
  
Schulter-OP durchs Schlüsselloch


Eine neue Operationsmethode kann Patienten mit Schulterproblemen helfen.

Die Schulter ist das beweglichste Gelenk in unserem Körper – auch deshalb, weil vor allem Muskeln und nicht Knochen dieses Gelenk stabilisieren und damit für große Bewegungsfreiheit sorgen. Doch gerade darum ist die Schulter auch anfällig: Besonders die ansetzenden Sehnen und Muskeln, die so genannte Rotatorenmanschette, können sich entzünden und verschleißen - und bei Überlastung sogar reißen. „Dies kann Schmerzen verursachen, Patienten können nachts häufig nicht mehr auf der betroffenen Schulter liegen“, so Dr. Thomas Hagemann von der Abteilung Chirurgie im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) des Evangelischen Krankenhauses Holzminden. Einige Patienten haben auch Probleme, den Arm nach oben zu bewegen, oder klagen darüber, dass die Kraft beim Heben geringer ist. „Sicher abklären lässt sich dieses Krankheitsbild nur über Ultraschall- und Kernspin-Untersuchungen sowie über eine Spiegelung des Schultergelenks“, erklärt Hagemann. Steht fest, dass ein Abriss des Schultermuskels beziehungsweise der Sehne Ursache des Problems ist, kann eine Operation Abhilfe schaffen. Diese Schulteroperationen sind nach der herkömmlichen, offenen Methode sehr weichteilschädigend und bisherige arthroskopische Verfahren sind durch das so genannte Fadenmanagement kompliziert. Bei der offenen Methode kommen große Operationsnarben hinzu, die in der Regel auch schmerzhaft und langwierig in der Heilung sind. Inzwischen existiert ein brandneues, patentiertes Verfahren namens „Opus AutoCuff“ aus der Schlüsselloch-Chirurgie, mit dem Dr. Hagemann seit einigen Monaten operiert. Der Operationsschritt des Muskel-Annähens dauert bei diesem Eingriff nur wenige Minuten, weshalb die Operation auch ambulant durchgeführt werden kann. Der Unterschied zu bisherigen Methoden sei immens, so Hagemann. In der Regel kann der Chirurg gleich, nachdem er eine Mini-Kamera zwecks Schulterspiegelung eingeführt hat und das Krankheitsbild somit sicher diagnostiziert hat, mit der Operation beginnen. Die Kamera dient anschließend dazu, die Operation am Bildschirm zu überwachen. Mit patentiertem Werkzeug, das der Operateur über eine weitere „Schlüsselloch-Öffnung“ einführt, zieht er die Fäden in die abgerissene Sehne ein, und verpflanzt im Knochen auf der anderen Seite anschließend ein Implantat, das den Faden dort fixiert. Die Fäden werden nun festgezurrt, womit der wichtigste Operationsteil abgeschlossen ist. Ob diese Methode für Betroffene in Frage kommt, müsse zunächst aber eine ausführliche Voruntersuchung nebst Gespräch klären, so Dr. Hagemann


Implantate fixieren den abgerissenen Muskel am Knochen.
  
  
„Danke für die geleistete Arbeit“


Das Evangelische Krankenhaus Holzminden ehrte mit einer Feierstunde die ausscheidenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

„Danke für die geleistete Arbeit, danke für Ihre engagierte Haltung und Einstellung.“ Mit diesen Worten drückte Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen seine Wertschätzung gegenüber den Jubilaren aus und überreichte allen eine Urkunde und eine kleine Aufmerksamkeit. Unter den Verabschiedeten war auch Inge Hildebrandt, die dem Krankenhaus ganze 45 Berufsjahre lang die Treue hielt. Auf 35 Jahre im Evangelischen Krankenhaus Holzminden können Rosalinde Otte und Angelika Winheller zurückblicken. Claudia Kuznik, Angelika Hoffmann, Victor Martin, Klaus-Jürgen Kracher, Gerhard Warneke und Horst-Hanno Sürig leistetem dem Haus 30 Jahre lang ihre Dienste. Auf 25 Berufsjahre im Evangelischen Krankenhaus Holzminden können Gerhard Schlebusch, Richarda Bartels, Britta Helm, Albert Klose, Elisabeth Gronstedt, Doris Poncelet, Woldi Krüger, Klaus Winter und Kathleen Bell zurückblicken. Aus gesundheitlichen Gründen musste sich das Krankenhaus leider auch von Monika Tobolewski und Eva-Maria Jungk verabschieden. Oberin Ulrike Meyer lobte Frau Tobolewski für ihre große Leidenschaft und ihr Engagement auf der Wochenstation, welches ihr den Beinamen „Mutter der Station“ einbrachte. „Je länger ich hier als Geschäftsführer tätig bin, desto mehr begeistert mich der ethische Grundgedanke, der hier herrscht“, erklärte auch Dr. Hans-Markus Johannsen. „Wir brauchen auch künftig engagierte Menschen, die uns auf Kurs halten.“


  
  
„Ich mache das einfach aus dem Herzen“


Das Evangelische Krankenhaus Holzminden und Bürgermeister Jürgen Daul würdigten die Arbeit der Ehrenamtlichen im Krankenhaus.

Unentgeltlich für andere da sein und ihnen Zeit schenken? In einer Welt, in der sich derzeit alles nur um Geldanlagen, Börsenkurse und Finanzmanagement dreht, scheint dies widersinnig. Beim traditionellen Nachmittagskaffee der Ehrenamtlichen im Evangelischen Krankenhaus Holzminden waren sowohl Bürgermeister Jürgen Daul als auch Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen sowie Oberin Ulrike Meyer erschienen, um die Arbeit der Ehrenamtlichen zu würdigen. Und immer wieder stand die Frage im Raum: Warum hören Menschen sich einfach so die Sorgen von Fremden an, warum erledigen sie Besorgungen, warum begleiten sie Sterbende in ihren letzten Stunden? Für die einen ist es gerade die Lebenserfahrung und Weisheit der älteren Generation: „Gerade bei alten Menschen erstaunt es mich immer wieder, was sie uns mitgeben“, sagt etwa Christa Klemme, die den „Grünen Damen“ am Krankenhaus vorsitzt. Die Grünen Damen besuchen die Patienten, erledigen Besorgungen für sie, begleiten sie zu Untersuchungen, führen die Krankenhaus-Bücherei und haben ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte der Patienten. „Zuerst muss man Barrieren überwinden, später öffnen sich oft Schleusen“, so Christa Klemme. Oft vertrauen die Patientinnen und Patienten den Ehrenamtlichen persönliche Dinge an, die nicht einmal die eigene Familie weiß. „Viele können sich neutralen Personen gegenüber besser öffnen als Angehörigen, die sie nicht belasten wollen“, weiß auch Renate Schütte zu berichten, Einsatzleiterin vom Hospizverein Region Holzminden. Die Ehrenamtlichen im Hospizdienst begleiten unheilbar kranke und sterbende Menschen. „Wir sind immer erreichbar, wir gehen dahin, wo die Sterbenden sind, arbeiten überkonfessionell und ehrenamtlich“, so Renate Schütte. Ihr Ziel ist es, den Menschen ein würdiges Sterben zu ermöglichen und da zu sein, wenn Angehörige nicht da sein können. „Oft werde ich gefragt: 'Wie kannst Du nur freiwillig so etwas Unangenehmes tun?'“, sagt Renate Schütte. „Aber wir erleben in den meisten Fällen, dass das Sterben friedlich und ruhig verläuft.“
Den Ehrenamtlichen bedeutet es viel, wenn sie den Menschen helfen können: „Viele sind so dankbar“, sagt etwa Brunhild Böke vom Evangelische Seelsorgedienst im Krankenhaus (ESDK). „Manche Patienten haben keine Angehörigen in der Nähe und sind einfach nur froh, wenn wir uns ein Weilchen zu ihnen setzen“, berichtet Brigitte Weege vom katholischen Besuchsdienst. Trotz aller Befriedigung, die die Ehrenamtlichen empfinden, ist doch auch eine belastende Komponente dabei: Daher treffen sich die meisten nach den Besuchen im Krankenhaus, um gemeinsam Erfahrungen auszutauschen und zu verarbeiten, auch Supervision gehört dazu. Viele Ehrenamtliche berichten auch, dass sie dankbarer geworden sind: Dafür, gesund zu sein, noch mobil sein zu können, mitten im Leben stehen zu dürfen. Dr. Johannsen sprach den Anwesenden ein großes Dankeschön für ihr herausragendes Engagement aus. Und Bürgermeister Jürgen Daul äußerte angesichts der interessanten und tiefschürfenden Gesprächsrunde den Wunsch, auch ein weiteres Mal zum Nachmittagskaffee eingeladen zu werden. Er sprach den Ehrenamtlichen seinen großen Respekt aus: „Sie sind nicht nur bereit, sich einzubringen, sondern auch, eine belastende Situation mit nach Hause zu nehmen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft.“


Wer sich ebenfalls ehrenamtlich engagieren möchte – sei es in Patientenbesuchen, in der Seelsorge, der Sterbebegleitung oder einfach nur im organisatorischen Ablauf des Krankenhauses findet hier die Ansprechpartner: Pastorin Friederike Busse und Oberin Ulrike Meyer (Tel.05531/7050)
  
  
Aktionstag „Saubere Hände"


Am 22. Oktober fand der 1. Nationale Aktionstag zur Händedesinfektion statt. Auch das Evangelische Krankenhaus Holzminden nimmt an der bundesweiten Kampagne gegen Krankenhausinfektionen teil.
 
„Man gibt den Mitmenschen zur Begrüßung die Hand, berührt sie bei der Pflege oder streichelt Babys“, erklärt Dr. Ralf Königstein, ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses Holzminden. „Berührungen gibt es überall im Leben, aber über jede Berührung können Keime übertragen werden – sowohl krankmachende, als auch harmlose.“  Das gleiche Problem gibt es auch im Krankenhaus. Kein Wunder also, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrer aktuellen, weltweiten Kampagne „Clean care is safer care" die Verbesserung der Händedesinfektion als wichtiges Ziel nennt. Deutschland will durch die Aktion „Saubere Hände" dieses Ziel umsetzen. 321 der insgesamt mehr als 2000 bundesdeutschen Krankenhäuser nehmen freiwillig daran teil. Das Evangelische Krankenhaus Holzminden ist eines von ihnen.
Die Mehrzahl der Krankenhausinfektionen sind bekanntermaßen endogen. Das heißt der Patient bringt die Erreger bereits bei der Einlieferung mit und erkrankt später daran. Ein bedeutender Übertragungsweg für Infektionen sind die Hände. Gerade deshalb ist die Händehygiene so wichtig. Durch die Aktion „Saubere Hände“ soll längst Gelerntes wieder aufgefrischt werden. Damit will das Evangelische Krankenhaus Holzminden die Hygiene jetzt noch weiter verbessern. Dazu wurde eigens eine Lenkungsgruppe gebildet, die aus verschiedenen Berufsgruppen besteht und gemeinsam darüber entscheidet, welche Maßnahmen getroffen werden. Ob Chefarzt, Oberarzt, Assistenzarzt, Qualitätsbeauftragte, Hygienefachkraft, Krankenpflegepersonal oder Physiotherapeuten, alle sollen sich mit den Maßnahmen identifizieren können und voll dahinter stehen. Das gilt für Fortbildungen, Informationsplakate und das übergeordnete Ziel, Händedesinfektionsmittel häufiger anzuwenden. Die Benutzung der Desinfektionsmittel wird überprüft und die Ergebnisse den Mitarbeitern regelmäßig mitgeteilt. Diese Daten werden anschließend zentral ausgewertet und mit den Ergebnissen anderer Krankenhäuser verglichen. Durch diese Kampagne sollen alle motiviert werden, ihre Händedesinfektion weiter zu verbessern. So soll die Aktion „Saubere Hände" zu einem weiteren Baustein für die Qualitätsverbesserung der medizinischen Versorgung im Evangelischen Krankenhaus Holzminden werden.

Händesdesinfektion: Mindestens 30 Sekunden muss das Desinfektionsmittel einwirken.
   
 
  
Neue ärztliche Direktion am Evangelischen Krankenhaus Holzminden



„Wir müssen das Haus weiter nach vorn bringen, packen wir´s an!“ Mit Tatkraft und Zuversicht tritt Dr. Ralf Königstein sein Amt als neuer Ärztlicher Direktor des Evangelischen Krankenhauses in Holzminden an. Sein neuer Stellvertreter wird Privatdozent Dr. Christian Beythien.

Gemeinsam mit der Pflegedirektorin Ulrike Meyer sowie dem Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen wird die neue Krankenhausbetriebsleitung für die nächsten drei Jahre die Geschicke der Klinik leiten. Ihre Hauptaufgabe ist die laufende Verbesserung der Ablauforganisation im Krankenhaus.

„Auch wenn die Bundesregierung den Krankenhäusern mehr Geld geben will, so werden die Erlöse im nächsten Jahr weniger stark wachsen als die Personal- und Sachaufwendungen“, so Geschäftsführer Dr. Johannsen. Von daher müssen die Kosten weiter gesenkt werden. Zum Glück jedoch kann die Klinik auf weiter wachsende Patientenzahlen blicken.

Als erste Aufgabe wird sich die neue Krankenhausbetriebsleitung der Reorganisation der Patientenaufnahme widmen. Die alten Abläufe sind der stetigen Zunahme der Patientenzahlen nicht mehr gewachsen. „Wir wollen unseren Patientinnen und Patienten einen gut durchorganisierten Behandlungsablauf bieten“, erläutert Ulrike Meyer, die für die Ablauforganisation zuständige Pflegedirektorin. Um dies zu erreichen, soll die Zusammenarbeit der Fachärzte mit den Stationsbereichen neu organisiert werden. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist mit der Besetzung von drei Patientenmanagerinnen bereits umgesetzt.

Mit dem Stabwechsel in der Ärztlichen Direktion geben Dr. Rainer Schatz das Amt des Ärztlichen Direktors sowie Dr. Siegfried Schulz das des Stellvertreters weiter. In ihre Amtszeit fiel der Ausbau der Kardiologie, der Gefäßchirurgie, der Radiologie sowie der Aufbau der Medizinischen Versorgungszentren. „Wir sind enorm gewachsen und mittlerweile in vielen Bereichen ein hochspezialisiertes Haus“, freut sich Dr. Schatz über die erreichten Ergebnisse. Wichtig trotz aller technischen Spezialisierung ist nach Meinung von Dr. Schulz jedoch nah an den Patienten zu bleiben. Hier liegt nach wie vor die Hauptaufgabe eines evangelischen Krankenhauses.

Im Namen der Geschäftsführung dankte Dr. Johannsen Dr. Schatz und Dr. Schulz für die geleisteten Dienste.


Der neue Ärztliche Direktor ist Dr. Ralf Königstein (rechts), sein neuer Stellvertreter PD Dr. Christian Beythien (links). Dr. Hans-Markus Johannsen, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Holzminden (2.v.l.) dankt dem ehemaligen Ärztlichen Direktor Dr. Rainer Schatz (3.v.l.) und seinem ehemaligen Stellvertreter Dr. Siegfried Schulz (2.v.r.) für ihre geleisteten Dienste.
 
  
„Ich freue mich auf die neue Herausforderung“


Dank Falk Petersen wird das Spektrum der konservativen Orthopädie im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Böntalstraße um operative Orthopädie erweitert.

 
Mit 50 Jahren ein neues Hobby beginnen und den Motorradführerschein machen? Mit 55 den Posten als leitender Oberarzt in Höxter aufgeben und in der ambulanten Versorgung von vorn beginnen? Für Falk Petersen kein Problem, im Gegenteil: Wenn er über seine neue Lebenssituation spricht, gleitet ein breites Lächeln über sein Gesicht. Und man bekommt als Außenstehender schnell den Eindruck, dass hier jemand den Spruch „Jeder ist seines Glückes Schmied“ in die Tat umgesetzt hat. „Seit ein beziehungsweise zwei Jahren sind die Kinder aus dem Haus und da kommt so einiges in Fluss – auch persönlich“, erklärt Petersen, der seit dem 1. Oktober seine neue Tätigkeit als Facharzt für  Orthopädie und Unfallchirurgie im MVZ in der Böntalstraße angetreten hat. „Ich habe mich gefragt, ob ich meine Tätigkeit noch die nächsten zehn bis zwölf Jahre so weiterführen möchte.“ Als Prof. Yücel aus der Praxis in der Böntalstraße ausschied und sich neue Möglichkeiten für Petersen ergaben, stand die Entscheidung bald fest: Für ihn hat der Einstieg in das MVZ in der Böntalstraße den Vorteil, kein neues Praxisequipment anschaffen und mühsam kompetente Mitarbeiter suchen zu müssen. „Die Praxis ist gut ausgerüstet, hier arbeitet ein gut eingespieltes Team, und alle können mir hilfreich zur Seite stehen“, freut sich Petersen. Bei seiner Entscheidung für das MVZ Holzminden spielte auch eine wichtige Rolle, dass er in der Region wohnen bleiben kann. Obwohl er in der Nähe von Celle geboren wurde und in Hannover Medizin studiert hat, fühlt er sich hier am wohlsten – nicht nur wegen seines Hobbys Motorradfahren. Zudem ist ihm das Evangelische Krankenhaus Holzminden bestens vertraut, in dem er künftig als Belegarzt Operationen durchführen wird: Hier machte er Anfang der Neunziger seinen Facharzt zum Chirurgen. Anschließend – während seiner Tätigkeit in Detmold – folgte die Facharztprüfung in der Unfallchirurgie. Seine nächste Station war ab 1994 Höxter, wo er seit 2002 als leitender Oberarzt tätig war. Im Mai dieses Jahres absolvierte Petersen die Prüfung zum „Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie – spezielle Unfallchirurgie“. Wegen seiner langen chirurgischen Erfahrung wird die operative Orthopädie auch im MVZ den Schwerpunkt seiner Arbeit darstellen. „Die Sprechzeiten werde ich zunächst im Stile von Prof. Yücel weiterführen: montags, dienstags und donnerstags ist Sprechstunde. Mittwochs und freitags werde ich als Belegarzt im Evangelischen Krankenhaus Holzminden Operationen durchführen“, erklärt Petersen. Zu den Eingriffen, die er dort schwerpunktmäßig vornehmen wird, gehört das Einsetzen von Hüft-Endoprothesen, Spiegelungen der Gelenke (Schulter, Ellenbogen, Knie und Sprunggelenk), Handoperationen und – in Ergänzung zu Dr. Hagemann – auch die Fußchirurgie. Erfreut zeigt sich Petersen darüber, dass sein Instrumentarium im Evangelischen Krankenhaus Holzminden eigens für ihn „nach Wunschliste“ nachgerüstet wird, so unter anderem auch mit einer Lupenbrille, mit der sich kleine Nerven-, Sehnen- und Gefäßnähte besser versorgen lassen. „Für mich ist das eine sehr schöne Kooperation, auf dieser Basis kann man einiges aufbauen“, so Falk Petersen. Und Dr. Hans-Markus Johannsen, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Holzminden, fügt hinzu: „Wir sind bereit und wir würden uns freuen, wenn es hier auch zu einer Zusammenarbeit mit dem Charlottenstift kommen würde.“


Der neue Mann: Falk Petersen (Mitte) gemeinsam mit Dr. Hans-Markus Johannsen, Geschäftsführer des Evangelischen Krankenhauses Holzminden (links) und seinem Orthopädie-Fachkollegen im MVZ, Dr. Horst Brenner.
 
   
Aus Bauch wird Brust

Eine neue Operationsmethode kann Frauen mit Brustamputationen zu einem neuen Lebensgefühl verhelfen.

„Grundsätzlich gibt es zwei Methoden, um eine Brust wieder neu aufzubauen“, erklärt Dr. Rainer Schatz, Chefarzt der Frauenklinik am Evangelischen Krankenhaus Holzminden. „Beim prothetischen Aufbau arbeitet man mit körperfremdem Material, also etwa Silikonimplantaten. Beim mykutanen Aufbau erfolgt die Wiederherstellung der Brust mit körpereigenem Material.“
Zu den letzteren Methoden gehört auch ein Operationsverfahren namens „TRAM-Flap“, bei dem aus einem Haut-Muskellappen aus dem Unterbauch eine neue Brust geformt wird. „Unterhalb des Bauchnabels findet sich eigentlich bei jeder Frau ein kleines Speckröllchen“, so Dr. Schatz augenzwinkernd. Aus diesem Bereich entnehmen die Ärzte ein Stück Gewebe mitsamt Haut und einem kleinen Muskelanteil. Dieser Haut-Muskellappen bleibt mit den blutversorgenden Gefäßen verbunden und wird unter der Haut hindurch zur Brust geführt. Mit der Operation erfolgt also nicht nur ein Aufbau der Brust, sondern auch eine Straffung der Bauchdecke. Anders als bei Plastikimplantaten nimmt bei bei der Rekonstruktion aus körpereigenem Material die Brust mit der Frau zu oder ab und altert mit ihr. Das neue Verfahren kommt seit kurzem auch in der Frauenklinik des Evangelischen Krankenhauses Holzminden zum Einsatz. „Unser erfahrener Oberarzt Dr. Georg Hübner war vorher am Brustzentrum Senologie in Recklinghausen tätig und hat diese Operationsmethode nach Holzminden mitgebracht“, so Schatz weiter.
Ob dieses Verfahren oder ein anderes für eine Frau die geeignetste Methode ist, sollte auf jeden Fall eine ausführliche Einzelberatung klären, denn die Voraussetzungen sind bei jeder Frau unterschiedlich. Im Zuge des Wiederaufbaus können die Ärzte auch eine Brustwarze aus Gewebe vor Ort formen und mit einem Pigmentierungsgerät einfärben – vergleichbar einem Tattoo. „Es gibt aber sehr viele Patientinnen, die auf eine Brustwarze keinen großen Wert legen“, so Schatz. „Das Wichtigste ist, sich im Alltag freier zu fühlen, wieder ein Dekolleté zu haben und nicht vor jedem Gang vor die Tür schnell die Prothese anlegen zu müssen.“ 

Oberarzt Dr. Georg Hübner und Chefarzt Dr. Rainer Schatz (von links): Das neue Operationsverfahren gehört zu einer Vielzahl von Methoden zum Brustaufbau. Interessierte Frauen sollten vor einer Operation das Beratungsgespräch suchen. 
   
 
   
75 Jahre Evangelisches Krankenhaus Holzminden

Am 19. März 1933 wurde der Neubau am Forster Weg eingeweiht.

„Meist war das Krankenhaus überfüllt. Ja, es kam vor, dass Kranke auf einem Sofa schlafen mussten, weil wir keine Betten mehr hatten“, berichtete der Chirurg Dr. Karl Langemeyer im Jahr 1928 dem Rat der Stadt. Das städtische Krankenhaus am Hafendamm mit seinen 52 Betten war längst zu klein geworden. Ein neues musste her, allerdings fehlten angesichts der Wirtschaftskrise die finanziellen Mittel. Als Retter in der Not bot sich der Verein zur Errichtung der Evangelischen Krankenhäuser in Berlin an, der die Fragen der Finanzierung klärte und den planenden Architekten vermittelte. Der Verein sorgte außerdem für die Übernahme des künftigen Betriebes durch Diakonissen eines Berliner Mutterhauses. Als Träger des Krankenhauses wurde die „Stiftung Evangelisches Krankenhaus“ gegründet. Die Grundausstattung bestand lediglich aus einem von der Stadt geschenkten Bauplatz – alle anderen erforderlichen Mittel musste die Stiftung leihen und  aus dem späteren Betrieb des Krankenhauses nachträglich erwirtschaften. Ernst Kopp, einer der bedeutendsten Krankenhaus-Architekten seiner Zeit, plante den Neubau, und in dem neuen Krankenhaus standen nun doppelt so viele Betten zur Verfügung standen wie in dem ehemaligen städtischen Haus. Die Stadt erhielt damit ein Krankenhaus, wie es nur wenige Städte seiner Größenordnung besaßen. „Wir wissen inzwischen jedoch, dass jene Jahre zu den dunkelsten unserer Geschichte gehören, und auch das Krankenhaus war von den Entwicklungen jener Zeit betroffen“, erklärt Dr. Matthias Seeliger vom Holzmindener Stadtarchiv. „Ob es darum ging, Juden getrennt unterzubringen, Zwangssterilisationen vorzunehmen oder während des Krieges im hauswirtschaftlichen Bereich Zwangsarbeiterinnen zu beschäftigen – der Nationalsozialismus machte nicht vor der Haustüre halt.“ Nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich die Bevölkerungszahl fast verdoppelt, und wieder platzte das Krankenhaus aus allen Nähten. Es dauerte jedoch bis zur Wirtschaftswunderzeit bis weitere Ausbauten das Gesicht des Krankenhauses veränderten. Die 70er Jahre standen im Zeichen der Modernisierung der technischen Möglichkeiten. Bis 1977 entstand ein Zwischentrakt mit Intensivstation und Kreißsälen, ab Mai 1986 erweiterte ein neuer Funktionstrakt das Krankenhaus. „Bei allem medizinischen Fortschritt und Neubauten dürfen wir jedoch die Menschen nicht vergessen, die das Evangelische Krankenhaus Holzminden erst ausmachen: Neben den Ärzten gehören dazu vor allem die Schwestern und Pfleger“, so Geschäftsführer Dr. Hans-Markus Johannsen. 1969 lösten die Diakonieschwestern des Zehlendorfer Diakonievereins die ursprünglich hier tätigen Diakonissen ab. Zur Erfüllung des eigenen Anspruches, ein christliches Haus zu sein, tragen auch die Krankenhausseelsorge und die „Grünen Damen“ der Krankenhaushilfe ihren Teil bei. „Auch heute vergeht kein Jahr ohne Umbauten und Neuanschaffungen“, so Johannsen weiter. Seit 1999 gibt es eine Dialysepraxis am Evangelischen Krankenhaus Holzminden. Im Medivital steht nicht nur traditionelle Physiotherapie zur Verfügung: Mit Rückenschule, Bewegungsbad, Wellnessangeboten und Gerätetraining unter physiotherapeutischer Anleitung sind auch hier längst moderne Zeiten angebrochen. Einen wichtigen Schwerpunkt bildet seit Jahren die Kardiologie. Ebenso ist die Radiologie mit Kernspinn- und Computertomographie hochmodern ausgestattet. „Mit dem Medizinischen Versorgungszentrum, dem inzwischen sechs Praxen angeschlossen sind, können wir den Patienten nun auch eine ambulante Versorgung bieten“, erklärt Johannsen weiter. Die 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter behandeln mehr als 8.700 Patienten pro Jahr. Sie sind stolz darauf, in einem leistungsfähigen Krankenhaus den Menschen dabei zu helfen, ihre Gesundheit wiederzuerlangen bzw. so gut es geht zu erhalten.

Historische Bilder: Das Evangelische Krankenhaus Holzminden im Jahr seiner Einweihung  (1933) (oben)
und nach seiner Erweiterung im Jahr 1958 (unten)
   
 
   
Fußproblemen auf der Spur

In der Abteilung Chirurgie des Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Holzminden steht ein modernes Fußdruckmess-System zur Verfügung.

Die Füße machen oft erst dann auf sich aufmerksam, wenn es zu Problemen kommt. Schließlich sind sie am anderen Ende unseres Körpers meist unsichtbar in Schuhen versteckt, versehen treu ihren Dienst – und werden deshalb gern vernachlässigt. Und das, obwohl sie während eines Menschenlebens etwa 120 000 Kilometer laufen und pro Tag etwa 1000 Tonnen Belastung aushalten müssen. „Der Fuß ist kein statisches Organ“, erklärt Dr. Thomas Hagemann von der Abteilung Chirurgie des MVZ Holzminden, dem als zertifzierter Fußchirurg gesunde Füße besonders am Herzen liegen. „Mit unserem hochmodernen Gerät können wir die dynamische Belastung auf den Fuß messen.“ Beim Fußdruckmess-System erfassen zwei flexiblen Sohlen, die mit knapp zweihundert Sensoren ausgestattet sind, die Druckverteilung am Fuß. Dazu werden diese in die Schuhe eingelegt, und während der Patient läuft, überträgt ein Funkmodem am Gürtel die Messdaten an den Computer. Dieser ermittelt daraus die Druckverteilung und stellt die Bewegungsabläufe dar. Mit diesem System lassen sich nicht nur Fehlbelastungen des Fußes im Stehen erkennen, sondern auch Bewegungsvorgänge analysieren: Rollt der Patient den Fuß ausreichend ab? Wie symmetrisch ist das Gangbild? Gerade für Sportler sind diese Messungen von großem Wert. Das weiß auch Mario Reineke, der technische Leiter des Evangelischen Krankenhauses Holzminden: Er bereitet sich zur Zeit intensiv auf den  härtesten Triathlon der Welt, den „Ironman“ vor. Sein Gangbild  und die Druckbelastung hat er bereits zweimal über das Fußdruckmess-System analysieren lassen: „Wir konnten dadurch Beschwerden, die ich unter anderem mit der Achillessehne hatte, abstellen“, so Mario Reineke. Und Dr. Thomas Hagemann ergänzt: „Wenn Herr Reineke ohne die richtigen Schuhe beim Ironman laufen würde, würde er im Bereich des kleinen Zehs am rechten Fuß sehr bald Beschwerden bekommen.“ Das ist bei vielen Patienten ähnlich: „Der Fuß kompensiert Störungen eine Weile, und oft gibt es erst bei längerer Belastung Probleme“, so Hagemann. Inzwischen läuft Mario Reineke mit Sportschuhen, die genau auf sein Problem abgestimmt sind. Außerdem beherzigt er den Rat, während des Laufens beim rechten Fuß stärker auf das korrekte Abrollen zu achten. Für andere Patienten können eine Gangschulung, Physiotherapie und eigens auf das Problem zugeschnittene Einlagen vom Orthopädieschuhmacher die Lösung sein. Und manchmal hilft auch nur ein chirurgischer Eingriff, um Störungen der Fußmechanik wirkungsvoll zu behandeln.

Eine Arzthelferin stattet Mario Reineke mit dem Fußdruckmess-System aus.
   
 
   
Wenn die Bauchschlagader zu platzen droht

Gefäßerweiterungen der Bauchschlagader kann die Gefäßchirurgie im Evangelischen Krankenhaus Holzminden mit einer minimal-invasiven Methode operieren.

Wenn eine Bauchschlagader sich immer stärker aufweitet und Aussackungen aufweist, nennt man dieses Krankheitsbild Aorten-Aneurysma. Die Gefahr daran ist, dass die Bauchschlagader platzen kann – zuvor verspüren viele Patienten nicht einmal Beschwerden. „Oft werden Aneurysmen der Bauchschlagader bei Ultraschalluntersuchungen zufällig entdeckt", so Chefarzt Dr. med. Ralf Königstein, der mit seiner Spezialisierung als Gefäßchirurg das Ärzteteam im evangelischen Krankenhaus Holzminden ideal ergänzt. Nur etwa 40 Prozent der Patienten haben Symptome in Form von pulsierenden Bauchschmerzen bis hin zu Rückschmerzen. Letztere werden zudem oft als Bandscheibenschaden fehlgedeutet. Wenn die Schlagader platzt, ist dies lebensbedrohlich: „Lediglich acht bis zehn Prozent der Patienten erreichen in diesem Stadium das Krankenhaus lebend", so Königstein. Aus diesem Grund muss gehandelt werden, sobald das Aneurysma eine bestimmte Ausdehnung überschritten hat. In der Regel eröffnen die Gefäßchirurgen dabei den Bauchraum, entfernen den krankhaft veränderten Bereich und ersetzen den fehlenden Teil der Bauchschlagader durch eine Kunststoff-Gefäßprothese. Diese Methode ist auch in Holzminden die erste Wahl. Was aber, wenn es sich dabei um Risikopatienten handelt? Herz- oder Lungenprobleme könnten bei diesem Eingriff dazu führen, dass der Patient nicht überlebt. „In diesem Fall bietet sich eine minimal-invasive Methode an, bei der wir durch kleine Schnitte in der Leistenregion eine zweigeteilte Gefäßprothese in die Bauchschlagader einbringen", so Königstein. Bei dieser Operationsmethode wird eine Stentprothese, also ein Drahtgitter mit einem feinen Überzug aus Spezialkunststoff, so platziert, dass sich das Aneurysma nicht mehr mit Blut füllen kann. Die Prothese liegt oberhalb und unterhalb des Aneurysmas so eng an dem Gefäß an, dass das Blut nun durch die Prothese fließt. Diese stellt der Hersteller - eigens für den Patienten maßgeschneidert - in Handarbeit her. Diese relativ junge Operationstechnik beherrscht Dr. Königstein seit über zehn Jahren und konnte sie nun erstmals bei einem Patienten im Evangelischen Krankenhaus Holzminden einsetzen. So kann die Einrichtung auch in diesem Bereich modernste Medizin im Dienste des Patienten anbieten.

Chefarzt Dr. Ralf Königstein mit einer traditionellen Kunststoff-Gefäßprothese.
   
 
   
„Irgendwann kommt die Zeit für den Abschied"

18 Jahre lang praktizierte Abdulla Nail El-Sourani als Facharzt für Frauenmedizin und Gynäkologie in Holzminden.

Nun tritt der Gynäkologe seinen wohlverdienten Ruhestand an und versäumt nicht die Gelegenheit, seine Dankbarkeit auszudrücken: „Ich danke den Patienten und meinen Mitarbeitern für ihre langjährige Treue und meinen Kollegen – egal welcher Fachrichtung – für den respektvollen, harmonischen Umgang miteinander", hebt er hervor. Dankbarkeit hört man auch immer wieder durchschimmern, wenn El-Sourani über sein Leben spricht - auch wenn es von vielen Hochs und Tiefs durchsetzt war. Geboren wurde er in Hebron im ehemaligen Palästina als Spross einer wohlhabenden Familie. Er erinnert sich noch, wie ihn der Chauffeur seines Vaters als Sechsjähriger mit dem neuen Cadillac durch die Apfelsinenenplantagen chauffierte. Dieser Lebensstandard änderte sich bald: Nach dem Krieg verlor die Familie im Jahr 1948 ihren gesamten Besitz und musste im Gaza-Streifen ganz von vorn anfangen.
Nach Deutschland kam El-Sourani nach seinem Abitur im Jahr 1960, hier wartete zunächst keine leichte Aufgabe auf ihn. Nach nur drei Monaten Deutsch-Intensivkurs musste er die Sprache gut genug beherrschen, um zügig mit dem Medizinstudium beginnen zu können. „Manchmal bin ich über den Büchern vor Erschöpfung eingeschlafen", erinnert er sich. Auch die ersten Studienjahre waren hart, denn die Bedingung dafür, sein Studium fortführen zu können, war das kleine Latinum. Das musste er innerhalb von zwei Semestern nachreichen, so dass abends nach den Medizinvorlesungen noch Latein auf dem Programm stand. El-Sourani meisterte alle Hürden, auch diejenigen finanzieller Art, und bestand im Jahr 1968 sein Staatsexamen. Seine zweijährige Assistenzzeit absolvierte er unter anderem auch in Duisburg. Dort blieb er zunächst, machte seine Facharztausbildung zum Gynäkologen. 1972 wurde El-Sourani eingebürgert und ließ sich 1974 in Duisburg als Gynäkologe nieder. Bei einem Verwandtenbesuch in der Heimat lernte er seine Frau kennen, die ihm bald darauf nach Deutschland folgte. „Für sie war es jedoch schwierig, ich hatte in Duisburg meine Praxis, meine Freunde und ein fertiges Leben", so El-Sourani. „Sie kam dazu, musste zunächst Deutsch lernen und konnte schwer Fuß fassen." So kam es, dass er und seine Frau nach einem neuen Wirkungsumfeld suchten, um „gemeinsam von Null anzufangen". Bei ihrer Suche stießen sie auf ein Inserat im Ärzteblatt. „Ich musste erst einmal auf der Karte nachschauen, wo Holzminden überhaupt liegt", erklärt er lächelnd. Das Paar ließ sich schon auf der Hinfahrt vom Charme der Landschaft beeindrucken: „Es war ein schöner Sommertag, die Natur, die Vegetation", erinnert er sich. „Irgendwie wussten wir da, dass wir hier leben möchten." Holzminden wurde das neue Betätigungsfeld des Frauenarztes. Bis heute haben die beiden ihre Entscheidung nicht bereut: „Wir sind damals von Beginn an gut hier aufgenommen worden und möchten mit unseren Kindern hierbleiben." Die gynäkologische Praxis im Medizinischen Versorgungszentrum des Evangelischen Krankenhauses Holzminden führen nun Frau Dr. Kerstin Raab und Herr Dr. Rainer Schatz weiter.

Ruhestand für den Frauenarzt Abdulla Nail El-Sourani
   
 
   
Sanfte Hilfe für kleine Schnarcher

„Das Schnarchen bei Kindern wird gern unterschätzt“, erklärt Dr. Manfred Brüner, der gemeinsam mit seinem HNO-Praxiskollegen Dr. Georg Thönnissen als Belegarzt am Evangelischen Krankenhaus Holzminden tätig ist. Erwachsene bemerken selbst ihr Schlafdefizit und suchen schon aus diesem Leidensdruck heraus einen Arzt auf. Und Ehepartner registrieren Atemaussetzer, da sie als Bettnachbarn auch stärker unter dem Schnarchproblem leiden. Bei Kindern liegt die Ursache des Schnarchens oft in stark vergrößerten Gaumenmandeln. Viele Eltern werden erst dann auf das Problem aufmerksam, wenn der Nachwuchs nach der Einschulung plötzlich mit Konzentrationsschwierigkeiten zu kämpfen hat. Typisch für diese kleinen Patienten ist auch, dass sie häufig aufwachen und infolge des Sauerstoffmangels leistungsschwach sind: Schon nach kurzen Spaziergängen sind diese Kinder schlapp und lustlos. Brüner empfiehlt, sich eine Weile neben das schlafende Kind zu setzen und die Atmung genau zu beobachten. „Spätestens, wenn das schnarchende Kind nachts Atemaussetzer hat, sollte man es einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt vorstellen“, so Thönnissen. Dieser klärt dann in einer ausführlichen Untersuchung ab, wie gravierend das Problem ist und ob tatsächlich die Gaumenmandeln verantwortlich sind. Während man früher allzu schnell nach dem Skalpell griff und Mandeln entfernte, weiß man heute jedoch um die besondere Bedeutung dieses Organs: „Die Mandeln haben bis zum zehnten Lebensjahr eine besonders wichtige Bedeutung, weil dann das Immunsystem gebildet wird“, erklärt Thönnissen. Noch wichtiger ist dies bei Kleinkindern: Unter vier Jahren werden daher nur im Extremfall - etwa bei Abszessen - Mandeln entfernt. Für das Problem der vergrößerten Gaumenmandeln gibt es nun eine neue, gewebsschonende Lösung, die zur minimal-invasiven Chirurgie gehört. Minimal-invasiv heißt, dass im Gegensatz zu den Standardmethoden die Wundfläche kleiner ist. Damit verbunden ist eine kürzere Genesungszeit – und kaum Narbengewebe. Die Ärzte entfernen bei der so genannten Coblation-Tonsillotomie nicht die gesamte Gaumenmandel, sondern tragen nur einen Teil ab. Der verbliebene Rest bleibt funktionsfähig und steht somit weiterhin für die Abwehr von Krankheitserregern zur Verfügung. Seit etwa sechs Monaten setzen die Belegärzte diese Operationsmethode am Evangelischen Krankenhaus in Holzminden ein und sind mit den Ergebnissen sehr zufrieden. Während bei „normalen“ Mandeloperationen die Patienten etwa fünf Tage stationär aufgenommen werden müssen, können sie mit dem neuen Verfahren schon nach zwei bis drei Tagen entlassen werden. Gerade bei Kindern spielt es auch eine wichtige Rolle, dass bei dieser Operation die Wundfläche kleiner ist und sie nicht nur weniger Risiken, sondern auch weniger Schmerzen mit sich bringt. Weil Brüner und Thönnissen die Tonsillotomie vor allem bei Kindern anwenden, gelten hier auch besondere Bedingungen für das Krankenhausumfeld: Die Eltern sind sowohl beim Einschlafen als auch beim Aufwachen ihrer Schützlinge dabei und verbringen auch die Nacht im Krankenhaus. Das Kind schläft im körperlichen Kontakt mit der Mutter ein, denn schließlich soll der Krankenhausaufenthalt nicht zu einem Krankenhaustrauma werden: „Das gebietet nicht nur die Menschlichkeit, sondern macht auch die Pflege der kleinen Patienten viel unkomplizierter“, so Dr. Brüner.

HNO-Ärzte Dr. Georg Thönnissen und Dr. Manfred Brüner.
   
 
Besuchszeit: Täglich von 8 bis 20 Uhr
Evangelisches Krankenhaus gGmbH • Forster Weg 34 37603 Holzminden • Tel.: 05531/705 0 Fax: 05531/705 5555 0